Kontemplative Therapie

Der Kern der kontemplativen Psychologie ist die Haltung, dass eine innewohnende Gesundheit oder Weisheit jedem Wesen und jeder Erfahrung zu eigen ist. Diese Gesundheit ist oft von unheilsamen Mustern in Denken, Fühlen und Handeln verdeckt; nichtsdestotrotz ist sie ständig vorhanden und können immer wieder Zugang dazu finden.

Innewohnende Gesundheit ist kein Konzept, welches wir glauben können oder auch nicht; sondern indem wir sie erfahren, decken wir sie in uns auf. Die Methoden der kontemplativen Psychologie eröffnen Möglichkeiten, geistige Gesundheit selbst in den gestörtesten und verwirrtesten Geisteszuständen zu entdecken.

Ausgangspunkt ist in dieser Arbeit nie das Symptom oder der psychologische Konflikt, sondern die allem zugrunde liegende, uns innewohnende Gesundheit. Aus der Sichtweise der kontemplativen Psychologie entstehen Verwirrung, Neurose und Psychose, wenn Körper und Geist nicht im Einklang sind. In der therapeutischen Arbeit lernen wir, Körper, Emotionen und Gedanken zu synchronisieren und fördern dadurch unsere Achtsamkeit, also die Fähigkeit, in jedem einzelnen, begrenzten Moment unseres Erlebens aufmerksam zu sein. Gleichzeitig kultivieren wir unser Gewahrsein über die gesamte Situation des Erlebens.

Das wertschätzende Akzeptieren unserer Gefühle und unseres Erlebens lässt uns erfahren, dass wir unser Herz nicht mehr verschließen müssen. So spüren wir wieder unsere ursprüngliche Lebendigkeit und Lebensfreude; mit dieser Kraft können wir den Herausforderungen der Welt entspannter, klarer und humorvoller begegnen.